Erschließung im Bezirk Baden-Württemberg

Viel Bewegung mit dem bezirksweiten GEP-Projekt

Das GEP …

… ist das gemeinsame Erschließungsprojekt der IG Metall Baden-Württemberg. Das GEP hat sich zum Ziel gesetzt, über 40.000 neue Kolleginnen und Kollegen für die IG Metall zu gewinnen. Das ist auch dringend nötig, wenn wir morgen noch genauso stark und durchsetzungsfähig sein wollen wie heute. Denn der demographische Wandel stellt auch uns vor große Herausforderungen. Die geburtenstarken Jahrgänge gehen auf den Ruhestand zu. Doch genau diese älteren Kolleginnen und Kollegen sind in vielen unserer traditionell starken Betriebe besser organisiert als die Jungen und verfügen über wichtige Erfahrungen. Wachsende Entwicklungs- und IT-Bereiche verlangen nach neuen Antworten, genau wie zum Beispiel unorganisierte Kontraktlogistiker.

Deshalb haben wir im Oktober 2015 das Gemeinsame Erschließungsprojekt (GEP) gestartet. 20 Erschließungssekretärinnen und -sekretäre sind seither in den Geschäftsstellen im Einsatz. Gemeinsam mit Betriebsrätinnen und -räten, Vertrauensleuten und aktiven Mitgliedern stärken sie die Handlungsfähigkeit unserer Strukturen und streiten für Verbesserungen in den Betrieben. Dabei setzt das GEP auf den Organizing-Ansatz. Eine Aktivierungs- und Erschließungsmethode, die konsequent auf direkten Kontakt mit Beschäftigten, Beteiligung und Mobilisierung der Belegschaften setzt. Wo Beschäftigte ihre Arbeitsbedingungen verbessern wollen und bereit sind, sich dafür zu engagieren, wird auf betriebliche Kampagnen gesetzt, um diese Verbesserungen zu erreichen.

Im Rahmen des Projektes haben alle Geschäftsstellen Erschließungsbeauftragte benannt, und diese wurden in Organizing-Methoden qualifiziert. Sie sorgen für lokale Verankerung, Transfer von Erlerntem in Regelarbeit und sind Ansprechpartnerinnen und -partner vor Ort in Sachen Erschließung. Das ist auch einer der wichtigen Unterschiede zu vorherigen Projekten. Mit den Erschließungsbeauftragten wird die Nachhaltigkeit vom ersten Tag an mitgedacht. Ein weiterer Unterschied zu bisherigen Projekten ist die Laufzeit: Das GEP ist auf neun Jahre angelegt und damit viel länger als bisherige Projekte. Ein klarer Vorteil: Mit der langen Laufzeit bieten wir unseren Sekretärinnen und Sekretären Planungssicherheit und Perspektiven. So kann dem Abwandern guter Leute vorgebeugt werden. Die Anlage als bezirksweites Projekt ermöglicht eine zielgerichtete Ressourcen-Bündelung und erhöht unsere Schlagkraft. Aber auch für die GEP-Betriebe ist der lange Zeitraum von deutlichem Vorteil. Dieser ermöglicht nun, unsere BR-Wahlen und Tarifrunden deutlich besser in der langfristigen Planung abzubilden.

… sorgt für Bewegung!

An erster Stelle stehen der Aufbau und die Stärkung von betrieblichen Strukturen. Mit Unterstützung des GEP sind bereits 41 Aktivenkreise und 28 Vertrauenskörper entstanden. Die Aktivenkreise werden meist in Vertrauensleutestrukturen überführt.Über 200 Qualifizierungsseminare wurden durchgeführt,zum Beispiel zu Ansprache oder Vertrauensleutearbeit. Die Aktivenkreise und Vertrauenskörper haben 19 Tarifbewegungen ermöglicht. In vielen Betrieben wurden Themen wie Hitze am Arbeitsplatz, ein gerechtes Weihnachtsgeld oder eine chaotische Arbeitsorganisation angepackt. Dazu setzen die Kolleginnen und Kollegen auf aktivierende Umfragen, Unterschriftenaktionen,aktive Mittagspausen und vieles mehr. Und das mit Erfolg.

… ist erfolgreich!

5.746 neue Mitglieder sind die bisherige Bilanz des Gemeinsamen Erschließungsprojektes. Damit sind unsere Neuaufnahmeziele bereits deutlich übertroffen. Genauso wichtig: Gemeinsam konnten viele Verbesserungen an den Arbeitsplätzen durchgesetzt werden. Viele der neuen Mitglieder bringen sich in die Gewerkschaftsarbeit ein und helfen aktiv mit, ihre IG Metall noch stärker zu machen. Und überall, wo Themen gemeinsam mit der Belegschaft durchgesetzt werden konnten,gehen die Kolleginnen und Kollegen noch ein bisschen aufrechterdurch den Betrieb – und darauf kommt es an: selbstbewusste und gut organisierte Aktive in den Unternehmen, die aktuelle und zukünftige Herausforderungen kennen und diesen bewusst begegnen.

Aktive kommen zusammen

40 Betriebsräte und Vertrauensleute aus den GEP-Betrieben kommen im Oktober zu einer ersten Aktivenkonferenz zusammen,um sich zu vernetzen, voneinander zu lernen und sich weiterzuqualifizieren. In Workshops wird es unter anderem um die Entwicklung von Aktionsideen, Beteiligungsmethoden und das Gewinnen neuer aktiver Mitstreiterinnen und Mitstreiter gehen. Auch wollen wir immer wieder die Fragestellen: „Wie habt ihr das konkret geplant und umgesetzt?“ Im nächsten Jahr wollen wir in einem größeren Rahmen zusammenkommen.Ihr dürft also gespannt sein.