Gute Bilanz und neue Kraft für die nächsten Jahre

Bezirkliches Erschließungsprojekt aus Berlin-Brandenburg-Sachsen

Drei Fragen an ...

Erschließungsprojekte im Osten Deutschlands

Die gute Bilanz des bezirklichen Erschließungsprojekts (BEP) in Berlin-Brandenburg-Sachsen erzeugt neuen Schwung für die nächsten Jahre. Der IG Metall-Vorstand hat die Fortsetzung des BEP bis 2021 bewilligt. Neu im Bezirk ist Jannes Bojert (39), der seit Sommer 2018 das Projekt koordiniert. Wir haben ihm drei Fragen gestellt:

Neuer Mann an Bord des BEP – was wird jetzt anders?

Was gut funktioniert hat, werden wir natürlich beibehalten – zum Beispiel die enge Einbindung der Erschließungssekretärinnen und -sekretäre in die Geschäftsstellen.Was wir verstärken wollen, ist der Erfahrungsaustausch. Belegschaften zu unterstützen, sich für bessere Arbeitsbedingungen zu organisieren – das geht nie ohne Konflikte mit den Arbeitgebern. Die Aktiven im Betrieb können viel gewinnen, aber für sie steht auch einiges auf dem Spiel. Deswegen wollen wir erfolgreiche Strategien und Aktionsformen auf andere Betriebe übertragen und vermeiden, dass wir ein zweites Mal ausprobieren, was anderswo schon einmal nicht funktioniert hat. Eine breite Mitgliederbasis ist natürlich der beste Rückhalt für aktive Metallerinnen und Metaller. Nachdem der Bezirk unter kräftiger Mithilfe des BEP-Teams die 100 000er-Marke bei der Anzahl der Mitglieder in den Betrieben stabil erreicht hat, nehmen wir jetzt gemeinsam mit allen Ehren- und Hauptamtlichen die 120 000 ins Visier.

Also habt Ihr Potenziale ermittelt?

Ja. Die gibt es noch fast überall im Bezirk. Natürlich ist Mitgliedergewinnung nie Selbstzweck, sondern Mittel zum Zweck: Es geht immer darum, gemeinsam bessere Arbeits- und Lebensbedingungen durchzusetzen. Das schaffen wir in Betrieben, in denen aktive IG Metallerinnen und Metaller Mehrheiten organisieren können.

Wie soll das gelingen?

Über konsequente Beteiligung und Selbstermächtigung. Wir nehmen uns systematisch die weißen und grauen Flecken in Betrieben mit Betriebsräten vor. Also die Bereiche, in denen wir als Gewerkschaft nicht durchsetzungsfähig oder gar nicht vertreten sind. Oft, aber längst nicht immer, sind das die Angestelltenbereiche. Über den Aufbau von Aktivenkreisen und die Durchführung betrieblicher Kampagnen wollen wir die IG Metall als attraktive Partnerin bei der Gestaltung moderner Arbeitsbedingungen ins Spiel bringen. Am Ende müssen die Kolleginnen und Kollegen ihre Anliegen natürlich selbst in die Hand nehmen. Wir unterstützen sie dabei.