Grundsteinlegung zur Standortsicherung

Bezirkliches Erschließungsprojekt aus Nordrhein-Westfalen

Mein Stein für unseren Standort. Die IG Metall mit einer Aktion zur Standortsicherung bei Miele in Gütersloh

Bei Miele am Standort Gütersloh herrscht Ungewissheit in der Belegschaft. Das Traditionsunternehmen mit Sitz in Gütersloh hat im Sommer 2018 im polnischen Ksawerów den Grundstein zu einem neuen Standort gelegt. Nicht nur die Gehälter sind dort niedriger, auch die Produktionskosten sollen erheblich sinken. Erschließungssekretäre des Bezirks NRW unterstützten zunächst die Vertrauensleute und Betriebsräte bei einer Stimmungsabfrage. Sie wollten erfahren, was das Unternehmen für die Beschäftigten ausmacht. Unter dem Stichwort »Miele ist für mich …« nannten die Kolleginnen und Kollegen unter anderem Sicherheit, Familie und Zukunft, aber auch, dass eben die Zukunft ungewiss sei. »Das Bild des Unternehmens ist positiv, es wird aber gravierende Veränderungen geben, vielleicht sogar einen Stellenabbau, darüber wollen wir informieren«, sagt Erschließungssekretär Stefan Moldenhauer.

Mein Stein für unseren Standort

In einer zweiten Aktion verlegten die Beschäftigten große bunte Legosteine vor dem Werkstor. Gemeinsam bauten sie die Buchstaben »GT« – die Initialen für den Standort Gütersloh. »Mit dieser fröhlichen Aktion kann jeder Einzelne ein Zeichen für den Standort setzen«, sagt Pantea Bashi vom gemeinsamen Erschließungsprojekt des Bezirks Nordrhein-Westfalen. Die Aktion soll die Arbeit des Betriebsrats und der Vertrauensleute stärken und gleichzeitig für das Thema Standortverlagerung sensibilisieren. Denn: Kommt es wirklich zu einer Standortverlagerung, sind Arbeitsplätze in Gefahr. »Wir sensibilisieren die Beschäftigten nicht nur für die drohende Situation im Betrieb, sondern erarbeiten mit ihnen auch Lösungen und beteiligen sie dabei«, sagt Bashi. Ein Standortsicherungstarifvertrag könne beispielsweise die Zukunft des Unternehmens in Gütersloh sichern.

Positive Entwicklung durch Eins-zu-eins Gespräche

Die persönliche Ansprache ist ein wirksames Mittel der Mitgliederbindung, auch bei Miele. Über eine Woche führten ehrenamtliche und hauptamtliche Gewerkschafter in kleinen Teams intensive Gespräche – quer durch alle Produktionsschichten. »Uns hat es enorm geholfen, dass die Vertrauensleute unseren Besuch bereits angekündigt hatten«, sagt Pantea Bashi. Dadurch gab es kaum Vorbehalte und die Kolleginnen und Kollegen konnten mit den Vertrauensleuten und der IG Metall intensive Gespräche führen. Das Beispiel aus Gütersloh zeigt: Wenn Betriebsrat, Vertrauensleute, die IG Metall vor Ort und der Bezirk Hand in Hand arbeiten, dann gibt es viele Synergieeffekte. Die Rückmeldungen aus der Belegschaft motivieren, weiterzumachen – bis zu einem guten Standortsicherungstarifvertrag.