Beharrlich zum Erfolg

Betrieb für Betrieb ein Gewerbegebiet erschließen

+ + + Classen Industries GmbH + + + GS Ludwigsfelde + + + Unorganisierte Beschäftigte + + +

Das Ziel

Die bislang unorganisierte Belegschaft für die IG Metall gewinnen, einen Betriebsrat gründen, Verhandlungen über einen Tarifvertrag aufnehmen.

DAS ERGEBNIS: ÜBER 50 % ORGANISIERT

Zwischen Februar und Dezember 2015 stieg die Zahl der IGM-Mitglie-der im Betrieb von 2 auf 253, mittlerweile sind mehr als 50 Prozent der Belegschaft organisiert. Der 11-köpfige Betriebsrat ist komplett in der IG Metall, und Ende 2015 wurde der Arbeitgeber aufgefordert, Gespräche über einen Haustarifvertrag aufzunehmen. Die erste Tarifverhandlung findet im Februar 2016 statt.

DIE VORBEREITUNG: JAHRELANGE PRÄSENZ

Classen ist Teil eines Gewerbegebiets mit vier holzverarbeitenden Betrieben. In den 90er Jahren wurden in Nachbarbetrieben teils arbeitgeberfreundliche Betriebsräte gegründet. Die Beschäftigten waren damit unzufrieden. Die IG Metall ist seit 2000 kontinuierlich in dem „Holzkompetenzzentrum“ genannten Gebiet präsent, konnte nach und nach ihre Mitgliederzahlen in Betrieben dort steigern und Tarifverträge durchsetzen. Das motivierte dann auch Classen-Beschäftigte. Zur Vorbereitung der Ansprache der Belegschaften wurden Gesprächs- und Verhandlungsführung gezielt geschult und geübt.

DIE UMSETZUNG: VIELE INFORMATIONEN GEBEN

  • Ehrenamtliche Metaller aus der Holzbranche waren jahrelang einmal pro Woche mit Infomobil vor Ort.
  • Information/Werbung (Infoblätter, Plakate, Transparente)
  • Tarifverträge in Nachbarfirmen waren beispielsweise ein guter Anlass für sehr viele Einzelgespräche mit Beschäftigten.
  • Einladungen zu Mitgliederversammlungen in bereits organisierten Nachbarbetrieben und zu Veranstaltungen und besonderen Anlässen (Tarifabschlüsse Nachbarbetriebe, BR-Wahlen)
  • Einladung der Aktiven im Betrieb zu Seminaren (für BR, VL, Bran-chenseminare)
  • Gründung eines Branchenausschusses

TIPPS VON ANTON

Es war sehr wichtig, hartnäckig zu sein, ständig Präsenz im Gewerbegebiet zu zeigen. Erst diese Beharrlichkeit hat uns in Kontakt gebracht mit Schlüsselpersonen im Werk, das lässt sich schlecht planen. Diese waren dann entscheidender Faktor für die erfolgreiche Mitgliederarbeit im Betrieb, weil sie dort anerkannt sind, die Situation in der Firma kennen und sich intensiv gekümmert haben.

Ich finde es gut, weil...

... die IG Metall seit 2001 nie nachgelassen hat, ständig mit Aktionen oder Flugblättern vor Ort präsent war. Am Ball bleiben ist wichtig, jeden Tag machen wir vom BR einen Rundgang durch die Hallen und sprechen mit den Leuten. Wenn die dann rumjammern, dann sage ich, dass der Be­triebsrat ohne die IG Metall oft wenig Einfluss hat. Wir brauchen Mitglieder - das verstehen die Leute, und dann treten sie auch ein.

Holger Klein