Erfolg durch kräftige Lohnerhöhungen

Über persönliche Netzwerke schwierige Zielgruppen erreichen

+ + + Lutz Blades + + + Solingen + + + Unorganisierte Beschäftigte + + +

Das Ziel

Wahl eines Betriebsrates und Abschluss eines Tarifvertrages in einem unorganisierten Betrieb.

Das Ergebnis: Lohnerhöhungen, Tarifbindung und Betriebsrat

In 24 Monaten stieg der Organisationsgrad der Belegschaft in Solingen mit über 100 Leuten von fast Null auf 80 Prozent. Heute ist Lutz Blades tarifgebunden, hat einen IGM-Betriebsrat und deutliche Lohnerhöhungen bekommen.

Die Ausgangssituation: Schwieriger Zugang zur Belegschaft

Lutz Blades stellt Industrieklingen her. Die Belegschaft des familiengeführten Traditionsunternehmens besteht aus Facharbeitern mit Spezialkenntnissen und hoher Qualifikation, die aber meist angelernt sind. Die Folge war sehr niedrige Entlohnung: teils nur 11 Euro pro Stunde nach 30 Jahren. Weil der AG deshalb bereits Schwierigkeiten bei der Nachwuchsgewinnung hatte, benötigte auch er die Unterstützung der IG Metall für eine moderne Entgeltstruktur.

Kontakt zur Belegschaft kam über den Migrationsausschuss NRW. Die Belegschaft war zunächst schwierig zu erreichen: Sprachbarrieren sowie Vorbehalte bzw. Unwissen machten die Organisierung mühsam.

Die Umsetzung: Mit Informationen überzeugen

  • Persönlicher Kontakt hat die Belegschaft sensibilisiert.
  • Türöffner war ein Tarifcheck, mit dem die Aktiven zeigen konnten, welche Erhöhungen durch einen Tarifvertrag möglich waren: in der Spitze 3 bis 4 Euro mehr je Stunde, anstelle von Cent-Beträgen, wie vom Arbeitgeber geplant.
  • Wichtig: sensibel und individuell auf den Kollegen eingehen.

Durch den Tarifcheck und weiteren Infos lagen die Vorteile eines Tarifvertrags für die Kollegen deutlich auf der Hand und haben sich selbstständig organisiert.

Tipps von Serdar

Gerade weil die Belegschaft eher skeptisch gegen Einmischung von außen und teils politisch eher konservativ eingestellt war, mussten mein Kollege und ich erst eine Vertrauensbasis aufbauen. Der Beleg-schaft war es extrem wichtig, dass wir auch zu dem stehen, was wir sagen, nach dem Motto: Ein Mann, ein Wort.

Ich finde es gut, weil...

...die Belegschaft vorher stark unterbezahlt war und die Leute jetzt 3 bis 4 Euro mehr in der Stunde bekommen. Außerdem wird im Betrieb nicht mehr nach Nasenfaktor entschieden. Die Kollegen in der Geschäftsstelle haben immer ihre Termine und Versprechungen eingehalten, waren bis zum Ende für uns da und haben nicht klein beigegeben.

Salih Zeki Kantarci