Völlig neue Strukturen aus dem Nichts aufgebaut

Mit Engagement arbeitsfähigen Betriebsrat aufgebaut

+ + + A.T.U-Zentrale + + + GS Amberg + + + Kaufmännische Angestellte + + +

Das Ziel

In der A.T.U-Konzernzentrale (rund 1100 Mitarbeiter) soll ein Betriebsrat aufgebaut, arbeitsfähig gemacht und eine Mitgliederbasis geschaffen werden.

DAS ERGEBNIS: STRUKTUREN GESCHAFFEN

Der Betriebsrat wird heute als Partner von Geschäftsführung und Personalabteilung akzeptiert. Mitbestimmungsstrukturen (JAV, SBV, Betriebsausschuss, Wirtschafts- und Sozialausschuss, Team Öffentlich-keit) wurden installiert. Betriebsrundgänge sind fester Bestandteil der BR-Arbeit. Ein IGM-Vertrauenskörper wurde gegründet und der Anteil der IG Metall-Mitglieder wächst stetig an – innerhalb eines Jahres wurden es 100 Mitglieder mehr.

DIE VORBEREITUNG: KONTAKTE KNÜPFEN

Es gab einen ersten Versuch einer Betriebsratswahl. Die Infoveranstaltung mit Wahlversammlung wurde von der Geschäftsführung und leitenden Angestellten aber sabotiert. Erst nach einem Vergleich vor Gericht kam eine erneute Wahl zustande. Der neue Geschäftsführer lenkte ein, die IGM handelte ein Büro in der Zentrale aus. Mit einem erfahrenen Betriebsratskollegen aus der Region besetzt, als stetigem Ansprechpartner vor Ort bei A.T.U, kam dann langsam Vertrauen auf. Ein Tarifvertrag machte die Wahl über alle fünf Weidener Betriebe möglich. Fähige und angesehene Kandidaten für den Wahlvorstand und (neue) Kandidaten kristallisierten sich heraus.

DIE UMSETZUNG: INTENSIVE BETREUUNG

Die Geschäftsstelle hat eine volle Projektstelle für ein Jahr eingerichtet, die Kollegin war ausschließlich im A.T.U-Büro. So waren wir ständig präsent, konnten den neuen Betriebsrat mit Rat und Tat unterstützen und Kontakte schließen. Klärung der Rollen im Gremium sowie Schulung und „Ausbildung“ der BR-, JAV-, SBV-Mitglieder waren wichtige Bausteine.

Der Betriebsrat führt heute mit allen Neueinstellungen Begrüßungsgespräche. In den Gesprächen überzeugen vor allem die Aussicht auf einen Haustarifvertrag, denn immer mehr verstehen, dass ein hoher Organisationsgrad Basis für Tarifverhandlungen ist. Aber auch Leistungen wie etwa Rechtsschutz sprechen an, wenn die Kollegen sehen, dass dem Beitrag Leistungen gegenüber stehen. Manchmal braucht es noch ein zweites Gespräch nach der Entfristung mit dem klaren Ziel: Mitgliedschaft.

TIPPS VON SABRINA

Es war wichtig, das Vertrauen der Belegschaft zu gewinnen und den neuen Betriebsrat mit Rat und Tat zu unterstützen. Das war ein sehr intensives und strategisches Projekt, bei dem uns der Bezirk mit finanziellen Mitteln unterstützt hat.

Ich finde es gut, weil...

... wir vor allem in der Anfangszeit ständig Unter­stützung hatten. Das hat sehr geholfen. Außerdem kam es gut an, dass wir konkrete Verbesserungen erreicht haben.

Helmut Meindl