FAMILIENFREUNDLICH IN SCHICHT

Belegschaft durch Vertrauensleute aktiviert und einbezogen

+ + + Bosch + + + Reutlingen + + + Beschäftigte in der Produktion + + +

© IG Metall Reutlingen-Tübingen

DAS ZIEL

Bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie durch Beteiligung der Belegschaft.

DAS ERGEBNIS: GESÜNDERES MODELL UND TEILZEIT IN SCHICHT

Die BV ermöglicht nun versetzten Schichtbeginn (Konti- und Wechselschicht) und individuelle Lösungen (Teilzeit in Schicht, Schichtwechsel oder Sonderarbeitszeiten), um Familie und Beruf besser zu vereinbaren. Obwohl der Orgagrad bereits bei über 90 Prozent im Produktionsbereich liegt, wurden weitere Kolleginnen und Kollegen aufgrund des Einsatzes der Vertrauensleute und des BRs Mitglied.

DIE SITUATION: PROBLEME MIT KINDERBETREUUNG WEGEN SCHICHT

  • Insbesondere lange Nachtschicht-Phasen führten zu Klagen in der Belegschaft über gesundheitliche Beeinträchtigungen und Probleme.
  • Paare mit Kindern hatten zudem massive Probleme bei der Kinderbetreuung, weil die Arbeitszeiten nicht zu den Öffnungszeiten von Kindergärten und Schulen passten. Auch pflegende Angehörige hatten Probleme mit der Vereinbarkeit von Schicht und Familie.

DIE UMSETZUNG: WISSEN, WAS SACHE IST

  • Der BR veranstaltete zunächst Infoveranstaltungen in allen Schichtgruppen, um die Belegschaft zu beteiligen und zu erfahren, was den Kolleginnen und Kollegen bei dem Thema wichtig ist.
  • Rund 3200 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen wurden befragt, fast 60 Prozent antworteten – eine hohe Rücklaufquote
  • Die Aktiven im Betrieb wurden mit einem Gesprächsleitfaden unterstützt.
  • In Betriebsversammlungen, Betriebszeitung und auf Aushängen wurde die Belegschaft stets über den Stand der langwierigen Verhandlungen informiert.
  • Nachdem die Geschäftsleitung Verbesserungen für Eltern und pflegende Angehörige ablehnte, blockierte der BR das neue Schichtmodell, um Druck auszuüben. Der Bosch-Arbeitsdirektor wurde zur Diskussion eingeladen, nachdem er sich zuvor öffentlich für Vereinbarkeit eingesetzt hatte und Bosch dafür einen Preis erhalten hatte.

TIPPS VON THORSTEN

Die Belegschaft erst fragen, dann verhandeln, das hat für uns als BR gut funktioniert. Input haben wir uns insbesondere bei den Vertrauensleuten geholt. Unser Vorgehen und das Ergebnis kamen in der Belegschaft sehr gut an, es hat unser Image deutlich verbessert und die Kolleginnen und Kollegen aktiviert. Wir haben sehr gutes Feedback bekommen.

ICH FINDE ES GUT, WEIL …

... die Belegschaft und ihr Einsatz ausschlaggebend war, um eine gute Regelung zu finden. Der Betriebsrat und die Vertrauensleute sind einen Schritt weiter zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf gekommen. Das beteiligungsorientierte Vorgehen und die Transparenz waren der Schlüssel.

Tanja Silvana Grzesch