SYSTEMATISCH ORGANISIERT

Hoher Organisationsgrad dank Durchsetzungskraft und Präsenz

+ + + STILL GmbH + + + Hamburg + + + Facharbeiter + + +

© IG Metall Hamburg

DAS ZIEL

Den Organisationsgrad im Lager erhöhen und dort VL-Strukturen schaffen.

DAS ERGEBNIS: MEHR MITGLIEDER

Im Produktionsversorgungslager von STILL, in dem es bislang keine Vertrauensleutestruktur gab, sind binnen eines Jahres über die Hälfte der Beschäftigten IG Metall-Mitglieder geworden. Der Orgagrad stieg von 34 auf 83 Prozent und es gibt nun auch dort Vertrauensleute. Im STILL-Stammhaus sind zudem 145 neue Mitglieder hinzugekommen.

DIE VORBEREITUNG: SYSTEMATISCH GEPLANT

  • Mit dem "Projekt Vertrauensleute" im Rahmen der Seminarreihe "Junge Aktive" starteten Nadine Behn und Özcan Nar die Mitgliedergewinnung.
  • Am Lager-Standort des Konzerns, das phasenweise fremdvergeben wurde, war die IG Metall bislang nur schwach präsent.
  • Durch die Stärke des STILL-BR beim Thema Leiharbeit, ergaben sich Gesprächsanlässe. Bei STILL wird Leiharbeit nur dann zeitlich begrenzt genehmigt, wenn es klare Gründe wie z.B. Langzeiterkrankungen gibt. Und dann nur auf drei Monate begrenzt. Als Konsequenz setzte der Arbeitgeber vermehrt auf befristete Anstellungen, die dann in etwa vierteljährlichen Einstellungswellen entfristet werden.

DIE UMSETZUNG: HOHE PRÄSENZ UND VIELE EINZELGESPRÄCHE

  • BR und VL aus dem Hauptwerk haben die Kolleginnen und Kollegen im Werk intensiv betreut, sind gezielt in Bereiche gegangen und haben befristet Beschäftigte angesprochen und informiert.
  • Vor-Ort-Termine wurden genutzt, um sie über die Vorteile von BR und VL aufzuklären, VL-Kandidaten zu suchen und die Kolleginnen und Kollegen intensiv zu beraten.
  • Möglichst Einzelgespräche statt Gruppenrunden, weil der Kontakt intensiver ist. In Gruppen können sich Einzelne leichter "verstecken".
  • Insbesondere die regelmäßigen Einstellungstermine boten eine gute Gelegenheit zur Mitgliedergewinnung. Dass die IG Metall mit ihrer Durchsetzungskraft Leiharbeit im Betrieb verhindert ebnete den Weg über befristete Verträge zur Entfristung. Damit erhalten die Kolleginnen und Kollegen bessere Perspektiven.

TIPPS VON ÖZCAN

Es war vorteilhaft, dass zu den wöchentlichen Terminen ein Mann und eine Frau gegangen sind, weil wir uns gut ergänzt haben im Kontakt mit den Kolleginnen und Kollegen. Außerdem war wichtig, dass wir die Termine vor Ort in Ruhe und mit freiem Kopf wahrgenommen und nicht nur mal so im Vorbeigehen Hände geschüttelt haben.

ICH FINDE ES GUT, WEIL …

... die Aktiven im Betrieb sehr gute Kommunikation geleistet haben, immer fröhlich und begeisterungsfähig. Und weil sie immer verlässlich und kontinuierlich für die Beschäftigten da waren, auch bei Fragen zu Essen, Umkleiden oder Sanitärräumen. Das macht für mich Gewerkschaftsarbeit aus: Immer zu wissen, was den Menschen wichtig ist.

Ina Morgenroth