Mit Engagement viel bewegt

Mitgliederzahl vervielfacht

+ + + Jopp Automotive + + + GS Schweinfurt + + + Mitgliederwerbung + + +

Das Ziel

Viele Kolleginnen und Kollegen für die IG Metall zu begeistern, einen Tarifvertrag durchzusetzen, die Arbeitsbedingungen zu verbessern.

Das Ergebnis: Der Anfang ist gemacht

Nur wenige der rund 700 Beschäftigten am Standort Bad Neustadt waren bis 2014 gewerkschaftlich organisiert. Denn der weltweit agierende Automobilzulieferer – Jopp produziert Schaltsysteme – ist nicht tarifgebunden. Dementsprechend schwach war lange Zeit die Beziehung der Belegschaft zur IG Metall. 2015 hat sich das Blatt gewendet: Die Zahl der IG Metall-Mitglieder vervielfachte sich, sogar eine Tarifkommission wurde schon gewählt. Das Ziel, einen Tarifver-trag durchzusetzen, rückt näher.

Die Vorbereitung: „Ich mach ’ das“

Matthias Tischler, Jahrgang 1969, ist seit 1990 bei Jopp Automotive beschäftigt. Seit Jahren werden die Arbeitsbedingungen „immer schlechter“, stellt er fest. „Das Lohnniveau sinkt, aber die Arbeit wird immer mehr.“ Das will Tischler ändern. Er kandidiert 2014 als Be-triebsrat, wird gewählt, qualifiziert sich und besucht im Januar 2015 ein Grundlagenseminar der IG Metall. Danach tritt er der IG Metall bei. Ihm ist klar geworden: „Wir können im Betrieb nur etwas ändern, wenn wir viele sind.

Die Umsetzung: Ins Gespräch kommen

Mitgliederwerbung war bei Jopp lange kein Thema mehr: „Bei uns geht eh nix“ – diese Einschätzung der Situation bei Jopp galt als gesicherte Tatsache in der Belegschaft. Matthias Tischler sieht das anders und nimmt sich dem Thema gemäß dem Motto „jetzt mach ich das selber“ an, um mit vielen die Arbeitsbedingungen zu verbessern. Er bestellt sich bei der IG Metall Beitrittserklärungen und verschie-dene Materialien wie das Infopaket „Wir. Die IG Metall“ und den „Spicker“, ein Nachschlagewerk mit guten Argumenten im Taschen-format. Gemeinsam mit IG Metall-Sekretären aus Schweinfurt stellt er sich wiederholt vor’s Tor, kommt mit den Kolleginnen und Kollegen ins Gespräch, verteilt Flugblätter mit der Überschrift „Gute Arbeitsbe-dingungen fallen nicht vom Himmel“ und Kaffeebecher mit der Aufschrift „Einfach mal den Mund aufmachen“. Das persönliche Engagement zahlt sich aus, der Erfolg ist überwältigend. „Kollegen kommen jetzt auf mich zu und wollen der IG Metall beitreten“, berichtet Tischler. Wie ein Lauffeuer spricht sich im Betrieb herum, „dass was passiert“. Wenn er die Kollegen vor Ort auf eine Mitgliedschaft in der IG Metall anspricht, hört er immer wieder: „Endlich kommt mal einer und fragt persönlich bei mir nach!“ Für Tischler steht fest: „Da bewegt sich im Betrieb doch was.“

Tipps von Barbara

Zeiten ändern sich. Wenn Mitgliederwerbung gestern erfolglos war, kann sie heute erfolgreich sein. Jopp Automotive ist ein gutes Beispiel dafür. Auch dafür, dass Einzelne viel bewegen können. Spuck in die Hände – mach’s. Es kommt auf den Versuch an!