Per Staffelstreik neue Zielgruppen erreichen

Mit Aktionen den Organisationsgrad erhöhen

+ + + Vacuumschmelze + + + GS Hanau-Fulda + + + Mit unorganisierte Beschäftigten in Kontakt + + +

Das Ziel

Gegen geplante Jobkürzungen Druck ausüben und in Kontakt mit Beschäftigten aus der Verwaltung und Entwicklung kommen.

Das Ergebnis: Aktiviert und Mobilisiert

Durch mehrere Aktionen, insbesondere einen Staffelwarnstreik, wurden 130 Mitglieder gewonnen und der Organisationsgrad stieg von 70 auf 85 Prozent. Es gab viele Kontakte mit Beschäftigten, bei denen die IG Metall wenig präsent war (Ingenieure/Verwaltung), 25 sind mit der Aktion eingetreten, neue Strukturen entstehen. Über 1000 Beschäftigte wurden mobilisiert. Das sind doppelt so viele wie sonst in Tarifrunden.

Die Vorbereitung: Funktionierende Strukturen schaffen

  • Intensive Planung und Vorbereitung
  • Starke Einbindung und Aktivierung der Ehrenamtlichen, damit es keine Aktion "von oben" wird.
  • Sehr detaillierter Zeitplan für die Streiks und Veranstaltungen, der sich an Gebäuden und Bereichen im Werk orientierte.
  • Ansprache der Ingenieure "auf Augenhöhe" (BR-Vorsitzender, Bezirk)
  • Wichtig: Klare Abgrenzung Warnstreik zu BR-Infoveranstaltung (zwei Einladungen)

Die Umsetzung: Staffelwarnstreik kombiniert mit BR-Infoveranstaltung

  • Warnstreik wegen Konflikt um Stellenabbau geplant. Die Belastungen für die Belegschaft sollte gering sein.
  • Lösung: Kombination halbstündiger Warnstreik mit einstündiger BR-Infoveranstaltung - Kollegen mussten nur für Warnstreik ausstechen, die Infoveranstaltung war Arbeitszeit.
  • Betrieb wurde in Bereiche mit eigenen Veranstaltungen aufgeteilt, um die jeweils spezifischen Auswirkungen der Arbeitgeberpläne zu erläutern.
  • Veranstaltung für Ingenieure war speziell an Zielgruppe angepasst.
  • Alle Gruppen gingen nach fixem Zeitplan, abgestimmt auf die Produktionskette, erst zum Warnstreik, dann zur Infoveranstaltung - so war der Betrieb für einen Produktionstag stillgelegt.

Tipps von Robert

Es war wichtig, die einzelnen Gruppen an die betrieblichen Strukturen anzupassen, damit in jeder Gruppe mindestens einer war, der darauf geachtet hat, dass die Kollegen zum richtigen Zeitpunkt vor das Werkstor gehen.

Ich finde es gut, weil...

... die Kollegen sich mit der Aktion identifizieren konnten: Als Abteilung gemeinsam vor das Tor gehen und diskutieren, gemeinsam abteilungsspezi­fische Plakate und Transparente malen. Die Leute fanden auch gut, dass wir mit ihnen im Vorfeld die Argumente des Arbeitgebers sehr genau diskutiert und auseinandergenommen haben und natürlich auch, dass sie ohne lange Fehlzeiten den ganzen Produktionstag lahmgelegt haben.

Kevin Eckert