GESICHT FÜR DIE IG METALL ZEIGEN

Positiv und bestimmt

+ + + ZF TRW + + + Aschau/GS Rosenheim + + + Unorganisierte Beschäftigte + + +

IG Metall Rosenheim

DAS ZIEL

Organisationsgrad erhöhen, Aktive gewinnen, TV abschließen.

DAS ERGEBNIS: ÜBER 60 PROZENT SIND JETZT ORGANISIERT

In weniger als zwei Jahren ist die Mitgliederzahl im Betrieb (1000 Beschäftigte) von 120 auf über 600 gestiegen und steigt weiter. Es gibt nun 30 Aktive, die sich regelmäßig treffen. Die Tarifverhandlungen laufen, und im April fand mit großem Erfolg ein erster Warnstreikstatt.

DIE VORBEREITUNG: GUT GEPLANT

Betriebliche Situation: die Übernahme von TRW durch ZF. Dadurch entstand Hoffnung in der Belegschaft auf Leistungen wie Tarifbindung, Urlaubs- und Weihnachtsgeld oder die 35-Stunden-Woche.

GS und die anfangs wenigen aktiven Metallerinnen und Metaller (VL) im Betrieb planten eine Kommunikationskampagne, um Mitglieder und Aktive zu gewinnen. Dazu wurde vor Beginn ein Projektplan aufgestellt, mit Zeitstrahl zu den Übernahmeverhandlungen und Möglichkeiten, diese positiv zu begleiten und für die Kommunikation zu nutzen.

Angestellte und junge Beschäftigte bei TRW sind eine wichtige Zielgruppe. Daher verstärkte eine neue Kollegin mit diesem Schwerpunkt in der GS das Team. Sie war im Wechsel mit Jürgen, ihrem Kollegen, mindestens einen Tag pro Woche im Betrieb.

DIE UMSETZUNG: PERSÖNLICHE BOTSCHAFTEN VON AKTIVEN

Verschiedene Materialien wurden nach dem Konzept "Der IG Metall ein Gesicht geben" erstellt. Die Aktiven aus dem Betrieb erklärten mit persönlichen Botschaften die Vorteile und Leistungen eines Tarifvertrages sowie die Vorteile einer Mitgliedschaft.

Plakate und Flugblätter hingen aus, IG Metall-Mitglieder aus der Belegschaft drehten kurze Videos mit Botschaften, die dann veröffentlicht wurden.

Die Aktivitäten rund um die Übernahme und für die Aufnahme von Tarifverhandlungen wurden schnell und offen kommuniziert, und es gab gut besuchte Mitgliederversammlungen sonntagvormittags.

Bei der Öffentlichkeitsarbeit achtete man darauf,dass verschiedene Zielgruppen im Betrieb (Ingenieurinnen und Ingenieure, Facharbeiterinnen und Facharbeiter, Azubis, Verwaltung) immer von aktiven Metallerinnen und Metallern aus den Bereichen angesprochen und zum Dialog eingeladen wurden.

TIPPS VON JÜRGEN

Keine negativen Botschaften. Vielmehr Menschen begeistern und so nehmen, wie sie sind. Eine Eigendynamik zulassen, dann ist man erfolgreicher. Die Belegschaft aufwecken, damit sie merkt, wie stark sie ist. Agieren statt reagieren.

ICH FINDE ES GUT, WEIL …

... ein Ruck durch den ganzen Betrieb ging, als die ersten Plakate und Flugblätter auftauchten. Den Kolleginnen und Kollegen gefiel vor allem die authentische Kommunikation. Aber auch, dass abstrakte Inhalte in ganz konkrete persönliche Vorteile übersetzt wurden und so leicht nachvollziehbar werden konnten.

Robert Gerhart