Kontraktlogistiker organisiert

Arbeitsbedingungen verbessert

+ + + Ceva Logistics und Imperial (Ex-Hansmann) Logistics + + + GS Wolfsburg + + +

Das Ziel

Verbesserungen der Arbeitsbedingungen durch einen IGM-TV, Vergabestandards „Besser statt billig“ und für die IG Metall begeistern.

Das Ergebnis: Erster Dienstleisterwarnstreik bei VW

Der Organisationsgrad bei Ceva stieg binnen Kurzem auf über 80 Prozent, bei Imperial sind es schon 60 Prozent. Der Ceva-BR ist aktiviert, eine Tarifkommission wurde gewählt, die Beteiligung an Mitgliederversammlungen ist hoch. Nach Durchführung des ersten Warnstreiks (100 Prozent Beteiligung je Schicht), den es jemals bei einem Dienstleister auf dem VW-Gelände gab, wurde ein Tarifvertrag
erreicht.

Die Vorbereitung: Von den Mitarbeitern ausgehen

Bei VW in Wolfsburg sind die Kontraktlogistiker fast für die gesamte Werkslogistik verantwortlich, stehen mit am Band und übernehmen kleinere Montagearbeiten – zu niedrigeren Tarifen. Ausgangspunkt für die Mobilisierung sind bestehende Betriebsräte oder die Belegschaft selbst. In zwei Betrieben – Ceva bzw. Imperial Logistics – sind bereits klare Erfolge zu erkennen, bei weiteren (Rudolph / Schnellecke) spricht sich das herum.

Die Umsetzung: Mit Solidarität aus dem Stammwerk

Erster Kontakt mit kleiner Gruppe Gewerkschafter bei Ceva; die meisten der 500 Beschäftigten (plus Leiharbeiter) war unorganisiert.

  • Aktive Kommunikation der der Kampagnenziele über lokale Medien, Flyer und Großplakate; Aktivierung der Kollegen und Kolleginnen mit Telefonketten und WhatsApp
  • Mehrere BV und MV im Werk und in der GS waren gut besucht; Besuche in Teamsitzungen und Schichtversammlungen
  • Wichtig: Solidarität und Einbindung der VW-Kollegen (VK, BR, Ceva-Leute auf großen VW-Betriebsversammlungen). Die Kontraktlogistiker fühlten sich wahrgenommen und anerkannt.

Tipps von Jutta

Es war wichtig, ein konkretes Ziel vorzugeben und sich dafür authentisch einzusetzen. Über unsere
Ansprechpartner – im Betrieb bekannte Kollegen – haben sich die Botschaften wie im Schneeballsystem
verbreitet. Wichtig war, für die IGM Gesicht zu zeigen, auch abends und am Wochenende, und die
Solidarität mit VW-Kollegen zu organisieren.

Ich finde es gut, weil...

... wir sehr schnell die Arbeitsbedingungen verbessern konnten. Als die Kolleginnen und Kollegen gemerkt haben, dass wir mit der IG Metall sehr durchsetzungsfähig sind, haben sie uns die Beitritts-erklärungen teils aus der Hand gerissen. Sie haben verstanden, dass wir etwas verändern können,wenn wir gemeinsam aktiv werden.

Ingolf Meyer