Neuer Betriebsrat Dank neuer Strukturen

Klarer Kurs auf den Flächentarifvertrag

+ + + Technimark + + + GS Aachen + + + Unorganisierte Beschäftigte + + +

Das Ziel

Nach acht Jahren ohne Betriebsrat sollte wieder eine Vertretung gewählt werden. Weitere Ziele: ERA-Einführung und Flächentarifvertrag.

Das Ergebnis: Organisationsgrad steigt deutlich

Ein Neuaufbau gewerkschaftlicher Strukturen kam auf Initiative der Kollegen. Die Beteiligung an der BR-Wahl war mit 88 Prozent hoch, es gibt nun einen fünfköpfigen BR, und ERA wird eingeführt. Der Organisationsgrad im Betrieb stieg binnen vier Monaten von knapp 38 auf aktuell rund 60 Prozent und wächst kontinuierlich weiter.

Die Ausgangssituation: Bewegung durch Geschäftsführerwechsel

  • Insolvenz, Besitzerwechsel, neuer GF mit schärferem Vorgehen, große Änderungen in Produktion und Belegschaft. Zwei Wahlperioden hintereinander keine BR-Wahl, Kontakt zur IGM nur noch lose
  • Mitarbeiter wollten Unterstützung, weil der neue US-Eigentümer Veränderungen bewirkte (neue Maschinen und Mitarbeiter), sich an den Arbeitsbedingungen aber nichts verbesserte.
  • Probleme bei Arbeitsverträgen und Entlohnung (nicht einheitlich), ebenso bei den Arbeits- und Pausenzeiten, Überstunden, aber auch beim Arbeitsschutz (Hitze)

Die Vorbereitung und Umsetzung: Weihnachtsgeld und Entgelterhöhung

  • Kollegen der GS unterstützten die Mitarbeiter bei der BR-Wahl
  • mehrere Mitgliederversammlungen im Betrieb, Wahl Tarifkommission, kontinuierliche Information der Belegschaft über Mitgliederbriefe, Mitglieder sind früher informiert als Nichtmitglieder
  • Ein noch gültiger Anerkennungs-TV wurde zum Verhandlungs- und auch Druckinstrument bei der neuen GF; für die Mitarbeiter konnten Weihnachtsgeld und Entgelterhöhungen von teils bis zu 400 Euro durchgesetzt werden.
  • Zusammenarbeit mit neuem BR sehr beteiligungsorientiert, Unterstützung bei juristischen Auseinandersetzungen, die IGM als Berater und Unterstützer

Tipps von Martina

Wichtig war, alle Anliegen und deren Umsetzung mit BR und Mitarbeitern zu besprechen. Damit steht und fällt unsere Durchsetzungskraft und das gemeinsame Handeln. Verlässlichkeit ist wichtig, auch wenn etwas mal nicht klappt. Dann haben wir erklärt, warum wir uns hier nicht durchsetzen konnten.

Ich finde es gut, weil...

... wir aus der Geschäftsstelle viel Hilfe und Unterstützung bekommen haben. Die Kollegen treten aus verschiedenen Gründen ein, die Alt-Belegschaft will ihre Konditionen sichern, die Neuen bessere Arbeitsbedingungen erreichen, manche finden auch die Leistungen wie etwa Rechtsschutz und Freizeitunfallversicherung gut. Vor allem der ,Spicker' hilft mir bei der Ansprache und liegt auch im Betrieb aus, da blättern die Leute drin.

Hans Christiansen