DEUTSCH-POLNISCHE SOLIDARITÄT

GEMEINSAM ZUR BETRIEBSRATSWAHL

+ + + Maja Möbel + + + GS Ostsachsen + + + angelernte deutsche und polnische Beschäftigte + + +

DAS ZIEL

Aufbau gewerkschaftlicher Strukturen, Mitgliedergewinnung, Wahl eines Betriebsrats.

DAS ERGEBNIS: ÜBER EIN DRITTEL IST NUN MITGLIED

Ende 2013 gab es nur wenige IG Metall-Mitglieder. Heute liegt der Orgagrad bei über 35 Prozent. An zwei Betriebsversammlungen beteiligten sich 400 von 600 Beschäftigten. Trotz schwerer und anhaltender Verhinderungsversuche des Arbeitgebers wurde ein Betriebsrat gewählt. Zehn von 13 Sitzen gingen an die IG Metall-Liste, die auch den Vorsitz stellt.

DIE VORBEREITUNG: THEMEN IDENTIFIZIEREN

  • Im Betrieb, der ausschließlich Möbel für Ikea herstellt, gab es keine gewerkschaftliche Basis. Ein großer Anteil der Beschäftigten pendelt aus Polen.
  • Wichtige Themen für alle: Differenzen untereinander, mangelnde Wertschätzung und Anerkennung durch den Arbeitgeber, Arbeitsschutz, Entlohnung / Mindestlohn
  • Kontaktaufnahme zur polnischen Gewerkschaft Solidarność überden DGB

DIE UMSETZUNG: PRÄSENZ AM TOR

  • Aus einzelnen Mitgliedern im Betrieb entstand eine kleine Aktivengruppe, die über ein Jahr lang jeden Monat vor dem Werkstor präsent war. Unterstützt wurde sie durch weitere ehrenamtliche Metallerinnen und Metaller, die IG Metall Jugend / den OJA und ein IG Metall-Roadshow-Team.
  • Zusammen mit der polnischen Solidarność wurden zwischenzeitlich deutsch-polnische Tandems gebildet, die eine hohe Akzeptanz fanden.
  • Die Aktiven waren zu den Schichtwechseln (4 Uhr / 22 Uhr) präsent.
  • Dort verteilten sie Flyer und Postkarten in deutscher und polnischer Sprache. Die Aktion war ein Erfolg, sie erreichte etwa 400 der 600 Beschäftigten und führte zu 90 persönlichen Gesprächen.
  • Der Aktivenkreis vergrößerte sich zunehmend und übernahm gezielt Aufgaben im Betrieb.

TIPPS VON UWE

Ganz wichtig war: dranbleiben und Flyer in verständlichem Polnisch verteilen, um mit den polnischen Kolleginnen und Kollegen in Kontakt zu treten. Super war auch die Zusammenarbeit mit der Solidarność, die gemischten Teams vor dem Tor haben das Eis gebrochen. Letztlich war entscheidend, dass wir den Leuten mit erfolgreichen Beispielen gezeigt haben, dass sie mehr Geld und bessere Bedingungen bekommen können, wenn sie selbst etwas ändern wollen.

ICH FINDE ES GUT, WEIL …

... die Kolleginnen und Kollegen mit dem Betriebsrat jetzt einen Ansprechpartner haben, der sie informiert und an den sie sich wenden können. Nicht jeder hat den Mut, Ungerechtigkeiten persönlich anzusprechen, und gerade viele polnische Beschäftigte können gar nicht genug Deutsch. Mit dem Betriebsrat gibt es jetzt jemanden, der sich für sie einsetzt.