"WIR MÜSSEN DAS ZUSAMMEN MACHEN."

Mit klaren Ansagen zu hohem Orgagrad und Tarifverhandlungen

+ + + Bharat Forge Aluminiumtechnik + + + GS Chemnitz + + + unorganisierte Beschäftigte + + +

DAS ZIEL

Die Belegschaft organisieren und Verhandlungen über einen Tarifvertrag aufnehmen.

DAS ERGEBNIS: ÜBER 60 PROZENT WURDEN MITGLIED

Innerhalb von vier Monaten traten 142 Kolleginnen und Kollegen in die IG Metall ein, sodass nun über 60 Prozent der rund 270 Beschäftigten organisiert sind. Kurz darauf wurden 13 Vertrauensleute gewählt. Im September 2017 gab es ein erstes Sondierungsgespräch über einen Tarifvertrag.

DIE AUSGANGSLAGE: ÖRTLICHE NÄHE ZU TARIFBETRIEB

  • Die Beschäftigten bei Bharat Forge Aluminiumtechnik arbeiten auf einem Werksgelände mit einem benachbarten Bahntechnik-Betrieb, bei dem es bereits einen Tarifvertrag gibt.
  • Sie haben einen Betriebsrat, aber keinen Tarifvertrag. Ihr Stundenlohn liegt deutlich unter dem des Bahntechnik-Betriebs und des Flächentarifs. Das wollen sie ändern.
  • Eine Herausforderung: Die Belegschaft arbeitet rund um die Uhr in der "rollenden Woche", also ohne festes Wochenende, was eine persönliche Ansprache schwierig macht.

DIE UMSETZUNG: KLARE ANSAGE UND PERSÖNLICHE GESPRÄCHE

  • Der Betriebsrat nahm Kontakt zur IG Metall auf.
  • Nach einem ersten Betriebsratsbesuch gab es drei offene Mitgliederversammlungen binnen drei Monaten. Jede wurde wegen der rollenden Woche über den Tag verteilt dreimal durchgeführt, um Früh-,Spät- und Nachtschichten zu erreichen.
  • Dabei unterstützten sowohl der zweite Erschließungssekretär der Geschäftsstelle, Patrick Wohlfeld, als auch der BRV der benachbarten Bahntechnik. So konnten die vielen Fragen der Beschäftigten in den Versammlungen und in den anschließenden Einzelgesprächen beantwortet werden.
  • Transparente Ansage: Erst ab einem Orgagrad über 50 Prozent gibt es eine gute Basis für Tarifverhandlungen.

TIPPS VON INGO

Mir war sehr wichtig, positive Beispiele aus der Region aufzuzeigen, dabei aber Probleme nicht zu verschweigen - gerade weil manche Beschäftigte aus ihrer Sicht nicht nur positive Erfahrungen mit Gewerkschaften gemacht hatten. Und es war vorteilhaft, als ganz normaler Arbeiter und ehemaliger Betriebsrat aufzutreten und den Leuten klarzumachen: Einen Tarifvertrag zu bekommen ist möglich - das aber kann nicht die IGM für Euch machen. Wir müssen das zusammen machen.

ICH FINDE ES GUT, WEIL …

... wir Schluss mit dem Nasenfaktor machen, das war sehr wichtig. Und natürlich auch, dass sich überhaupt etwas verbessert bei den Arbeitsbedingungen,beim Lohn und bei der künftigen Rentenhöhe. Dass wir das als Betriebsrat zusammen mit der IG Metall erreichen können, hat die Leute dann überzeugt.