Auf Worte folgen Taten

Mehr Freizeit und mehr Geld

+ + + Liebherr Betonpumpen + + + GS Neu-Ulm + + + Unorganisierte Beschäftigte + + +

Das Ziel

Mehr Mitspracherechte mithilfe eines Betriebsrats und Tarifbindung nach Eigentümerwechsel.

Das Ergebnis: Organisationsgrad von 0 auf 80 Prozent

Seit Ende 2014 stieg der Organisationsgrad von 0 auf rund 80 Prozent. Der neue Betriebsrat ist komplett mit IG Metall-Mitgliedern besetzt. Die Niederlassung ist Vollmitglied im Arbeitgeberverband geworden, und es gilt der bayrische Flächentarifvertrag.

Die Vorbereitung: Frühe Abstimmung mit KBR

  • Die Initiative zur Organisierung kam von der Belegschaft, nachdem das Unternehmen eigenmächtig die Auszahlung von Überstunden beschlossen hatte. Die Belegschaft sah das kritisch, weil hohe Steuer-zahlungen anfielen.
  • Ein Teil der Belegschaft wollte sich deshalb für mehr Mitsprache und die Gründung eines Betriebsrats einsetzen und kontaktierte die IG Metall.
  • Der Projektsekretär der GS konnte sich intensiv um die Belegschaft kümmern und mehrmals in der Woche Kontakt halten.
  • Im Betrieb sehr angesehene Schlüsselleute zogen dann viele andere mit.
  • Die GS kümmerte sich früh um Abstimmung mit Konzernbetreuern und KBR.

Die Umsetzung: Einzelgespräche mit allen

  • Die Aktiven und der Betriebsrat sprachen jeden Mitarbeiter in Einzelgesprächen auf eine Mitgliedschaft an.
  • Oft half: „Wir haben den BR ohne euch geschafft; Wenn wir nun die Tarifbindung hinbekommen, dann müsst ihr aber auch mitmachen.“
  • Nachdem bis zur ersten Versammlung schon fast die Hälfte der Belegschaft Mitglieder geworden waren, wurden weitere Mitglieder- versammlungen durchgeführt.
  • In Gesprächen waren vor allem Tarifbindung, individuelle Leistungen für Mitglieder (Unfallversicherung, Rechtsschutz) sowie Erfolge der IG Metall in anderen Betrieben wichtige Argumente.

Tipps von Günter

Wichtig ist guter Kontakt zu drei, vier Leuten, die das in die Hand nehmen. Wenn der Betrieb in die reguläre Betreuung kommt, weiter Kontakt halten, damit die Leute nicht denken, wir interessieren uns nicht mehr für sie. Immer die Tarifbindung mit im Blick haben und nicht nur die BR-Gründung. Das eine gibt’s nicht ohne das andere, das muss den Leuten klar sein.

Ich finde es gut, weil...

... wir jetzt in der Tarifbindung sind. Die Kollegen freuen sich auch über die Verkürzung der Arbeitszeit und die Absicherung von Weihnachts- und Urlaubsgeld. Aber auch die Leistungen für Mitglieder waren wichtige Argumente. Wir haben einen guten Zusammenhalt im Betrieb, und die Leute haben gemerkt, dass sie mithelfen und aktiv werden müssen.

Güray Erhan