Erfolg durch Stärke

Mehr Mitglieder-Mehr Entgelt

+ + + ZF TRW in Laage + + + IG Metall Rostock-Schwerin + + +

Das Ziel

Mehr Mitglieder gewinnen, um Tarifbindung durchzusetzen.

DAS ERGEBNIS: 10 x MEHR MITGLIEDER

Die Zahl der Mitglieder konnte bis Ende Oktober 2015 verzehnfacht werden. Im Frühjahr 2016 sollen eine Tarifkommission gewählt und Verhandlungen mit dem Arbeitgeber aufgenommen werden.

DIE VORBEREITUNG: EIN TEAM SCHMIEDEN

Die Belegschaft von TRW Airbag Systems – so hieß die Firma vor Übernahme durch ZF Friedrichshafen – war unzufrieden. Die Firma verdiente gut, zahlte den 650 Beschäftigten auch die Tariferhöhungen der Metallindustrie – aber auf einem verhältnismäßig niedrigen Lohnniveau, sodass die Schere zwischen TRW-Entgelt und Flächentarifvertrag immer weiter auseinander ging. Die Unzufriedenheit der Belegschaft spiegelte sich in der Betriebsratswahl 2014 wider: Erstmals kandidierten drei Listen, die Mandate gewannen und sich über den richtigen Kurs stritten.

Zwietracht nützt nur den anderen – also gingen die 11 Betriebsratsmitglieder und IG Metall-Sekretär Stefan Schad in Klausur. Und am nächsten Morgen ging ein Ruck durchs Gremium, es gelang tatsächlich, „eine Einheit zu formen“ (Betriebsratsvorsitzender Axel Bärsch). Man setzte sich ein Ziel: Mehr Mitglieder gewinnen, um mehr Entgelt und bessere Arbeitsbedingungen durchsetzen zu können.

DIE UMSETZUNG: ERFOLGE HÄUFEN SICH

Anfangs entsprach der gewerkschaftliche Organisationsgrad dem Krankenstand. Dann gingen aktive Metaller „auf Argumentationstour“ (Bärsch). Ihre Botschaft: „Wir haben ein Ziel. Das erreichen wir aber nur mit einem starken Partner – der IG Metall.“ Das kam an; anfangs zögerlich, denn TRW war ein US-Unternehmen ohne große Mitbestimmungskultur. Das änderte sich, als ZF Friedrichshafen im Juni 2015 die Firma übernahm. Betriebsrat und IG Metall lösten ihr Versprechen Stück für Stück ein, und mit wachsender Mitgliederzahl erzielten sie Erfolge: Die Wochenarbeitszeit im Drei- und Vier-Schichtsystem wurde von 40 auf 38 Stunden verkürzt (bei vollem Lohnausgleich), die unteren Entgeltgruppen von 1900 Euro auf 2200 im Monat angehoben und die Metalltariferhöhung von 2015 weitergegeben (3,4 Prozent für alle und weitere 2,4 Prozent für Einkommen unter 2500 Euro).

Tipps

  • Anlässe im Betrieb nutzen, zum Beispiel den Unmut der Belegschaft bei fehlender Beteiligung am wirtschaftlichen Erfolg.
  • Ziele setzen und konkrete Verabredungen zur Umsetzung treffen.
  • Kleine Schritte in Richtung Ziel machen und dabei auch die Zwischenerfolge feiern.
  • Auf dem Weg dranbleiben und Kontakt halten.

Mehr zum Beispiel im Internet
extranet.igmetall.de/praxistipps