LERNEN, DIE RICHTIGEN TÖNE ZU TREFFEN

Kommunikationstraining Spezial der GS Aschaffenburg zur Beschäftigtenbefragung 2017

Copyright: Thomas Range

Aus aktuellem Anlass finden derzeit viele Kommunikationstrainings speziell zu den Ergebnissen der Beschäftigtenbefragung statt. Was ist der Mehrwert dieser Trainings?

Jeder Betrieb ist anders, so auch die betrieblichen Befragungsergebnisse, die Diskussionen und thematischen Schlussfolgerungen. Es gibt also keine Passform, die für alle funktioniert, sondern individuelle, betriebliche Herausforderungen für die Ansprache. Genau da setzen wir in den zweitägigen Seminaren an. Mit Blick auf die betrieblichen Auswertungen und einer Betriebslandkarte erarbeiten die Teilnehmenden konkrete Kommunikationsstrategien mit passgenauen Botschaften.

Acht Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus drei Betrieben aus der Geschäftsstelle nahmen an einem Spezial teil. Von den über 5100 Antworten, die im Rahmen der Befragung in 41 Betrieben der Geschäftsstelle Aschaffenburg gesammelt wurden, kam die Hälfte von Nichtmitgliedern. "Die Nichtorganisierten haben eine Erwartungshaltung uns gegenüber geäußert; jetzt gilt es auch, die Kolleginnen und Kollegen direkt anzusprechen und mitzunehmen", findet Percy Scheidler, 1. Bevollmächtigter. In zweieinhalb Tagen setzten sich die Teilnehmenden intensiv mitden politischen und betrieblichen Ergebnissen der Befragung auseinander und erlernten, wie sie diese in den Betrieben mitgliederwirksam kommunizieren können.

Praxistest: Erlerntes umsetzen - Interview mit Wolfgang Becker

Wie war das Seminar für dich?

Ich habe viele Anregungen und viel Inspiration mitgenommen. Der inhaltliche Schwerpunkt lag auf unseren Ergebnissen der Befragung, die uns im Seminar vorgestellt wurden. Wir diskutierten, was dies nun konkret für uns bedeutet. Wir sehen an den Ergebnissen, wo es Handlungs-und Diskussionsbedarf aus Sicht der Belegschaft gibt und wo wir gemeinsam die richtigen Lösungen finden wollen. Die Ergebnisse sind ein guter Einstieg ins Gespräch, weil sie das aufgreifen, was die Kolleginnen und Kollegen auch wirklich interessiert.

Was habt ihr konkret geübt?

Verschiedene Kommunikationsthemen wurden besprochen,etwa Vorteile der direkten Ansprache oder die nötige Sensibilität in persönlichen Gesprächen: aktiv zuhören und die richtigen Worte finden. In Rollenspielen haben wir Situationen wie die Ansprache am Tor geübt. Die Leute kommen ja entweder kurz auf knapp zur Arbeit oder wollen in den Feierabend, da sollte ein Gespräch kurz und knackig sein.

Ergeben sich aus dem Kommunikationstraining konkrete Handlungsansätze für euch?

Ich werde meine VL-Kolleginnen und -Kollegen dafür sensibilisieren, auch öfter das direkte Gespräch zu suchen. Dabei helfen uns die konkreten Botschaften und Ideen, die wir im Seminar herausgearbeitet haben - besonders, um die Menschen für die Tarifrunde mitzunehmen.


Impressionen aus dem Training

Es gibt keine Standardbotschaften, die für alle Betriebe universell passen. Gerade beim Thema Arbeitszeit ist es wichtig, genau hinzuschauen, was die Beschäftigten in den Betrieben denn interessiert. Was sind die Hauptthemen, und mit wem spricht man dazu? Wir geben den Kolleginnen und Kollegen Handwerkszeug an die Hand.

Patrick Hesse

Wir haben zwei Ziele erreicht: Die Erarbeitung einer Kommunikationsstrategie mit Kernbotschaften zur Arbeitszeit für die kommende Bundestagswahl und die Tarifrunde sowie das Ausprobieren von Kommunikation im Betrieb. Das Kommunikationstraining hat uns sehr geholfen. Im Fokus lag dabei auch, mit der Methode Betriebsmapping herauszufinden,wer schon bei uns ist und wenwir noch gezielt ansprechen wollen. Mit Teilnehmenden aus mehreren Betrieben konnten wir unsere überbetrieblichen Netzwerke durch Austausch stärken und Vereinbarungen für die praktische Arbeit im Betrieb mit ihnen treffen.

Percy Scheidler