Ergebniskommunikation

In persönlichen Gesprächen überzeugt

Die Beschäftigtenbefragung 2017 ist vorbei, jetzt läuft die Auswertung der Befragung. „Diese eignet sich hervorragend zur Ansprache von Nicht-Organisierten“, sagt Martin Streitberger,
Leiter der Vertrauensleute im Berliner Schaltwerk von Siemens. „Zum einen sind die Kolleginnen und Kollegen daran interessiert, was aus ihren Antworten geworden ist. Zum anderen bietet die betriebliche Auswertung der Befragungsergebnisse viele Möglichkeiten, die Themen zu diskutieren, die den Beschäftigen unter den Nägeln brennen.“

Auffordern zum Mitmachen

Schon die Beschäftigtenbefragung von 2013 stieß im Schaltwerk auf große Resonanz, nicht nur in der Produktion. Martin ging damals mit zwei Vertrauensfrauen durch die Büros und warb erfolgreich für die Teilnahme an der Befragung. Der Rücklauf war positiv, vor allem durch die persönlichen Aufforderungen zum Mitmachen. Bereits bei der Verteilung der Fragebögen traten Kolleginnen und Kollegen in die IG Metall ein. „Die Leute haben gemerkt, dass ‚IG Metall‘ nicht nur ‚Tariferhöhung‘ bedeutet, sondern auch ‚die kümmern sich ja um Dinge, die mich direkt betreffen, um meine Arbeitsbedingungen‘ “, berichtet Martin.

Beitritte durch Gespräche

Als die Ergebnisse da waren, gingen sie mit diesen erneut auf Tour durch die Büros und bewarben die Auswertung der Befragung. Das Resultat: In persönlichen 1:1-Gesprächen gab es weitere Beitritte. Damit nicht genug: „Wir haben nun auch deutlich mehr Vertrauensleute im Angestelltenbereich als vorher“, berichtet Martin. „Dadurch können wir Sach- und Tarifthemen besser diskutieren.“ Für Martin gibt es nichts Besseres als das direkte Gespräch, um Interessierte für die IG Metall zu gewinnen: „Ich kann über alles in allen Medien berichten – aber wenn jemand eine Frage hat: Wem soll er sie stellen? Das geht nur im persönlichen Dialog.“

Neue Beschäftigtengruppen ansprechen

Bei der diesjährigen Befragung haben sogar noch deutlich mehr Beschäftigte mitgemacht als vor vier Jahren. Regina Katerndahl, die Zweite Bevollmächtigte der IG Metall-Geschäftsstelle Berlin, bekräftigt: „Dank der Möglichkeit der Online-Teilnahme konnten wir erneut Beschäftigtengruppen ansprechen, zu denen wir sonst nur schwer Zugang finden.“ Die Beschäftigtenbefragung ist ein wichtiges Instrument der Beteiligung. Und die Beteiligung ist umso höher, je besser das Thema in die Zeit passt. Das Schwerpunktthema der diesjährigen Befragung – die Arbeitszeit – fand viel Anklang: „Arbeitszeit geht uns alle an, denn sie bestimmt unser Leben“, sagt Regina.

Ergebnisse konkret umsetzen

Auch im Siemens-Schaltwerk in Berlin ist Arbeitszeit ein Thema – „und die Kolleginnen und Kollegen sind schon gespannt auf die betriebliche Auswertung“, sagt Vertrauensmann Martin. „Wir haben eine Betriebsvereinbarung zum Thema Homeoffice – gut möglich, dass die Kolleginnen und Kollegen Änderungswünsche haben. Natürlich greifen wir die auf.“ Die Vertrauensleute sollen fit gemacht werden, um mithilfe von Power-Point-Folien die Befragungsergebnisse in ihren Abteilungen präsentieren zu können. Zudem werden sie die Ergebnisse und die zur Verfügung gestellten Materialien einsetzen, um auch diesmal wieder gezielt Beschäftigte anzusprechen. „Die Befragung hat den Charme, dass alle sehen: ‚Ich werde gefragt, ich antworte – und die IG Metall macht sich für mich stark!‘“